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Schöneiche, 23. April 2025
Liebe/r {name},
nun sind wir mitten in der Osterwoche. Die neutestamentlichen Erzählungen der Karwoche und der Osterzeit können auf ganz verschiedenen Ebenen gehört oder gelesen und bedacht werden, manchmal mit ganz neuen Gedanken.
Gründonnerstag, Tag des Verrats, im Gottesdienst in der Kapelle Fichtenau Gedanken zu Judas – vielleicht auch zu uns und unserem Leben: wo haben wir Verrat begangen – an einer großen Hoffnung, an einem Menschen? Karfreitag, der Tag des Endes (in heutiger Sprache: der Disruption). Welche Abbrüche, welche Tode haben wir in unserem Leben erlebt – gefolgt von Trauer, vielleicht auch Hoffnungslosigkeit? Dann Karsamstag, Tag der Stille, vielleicht noch Erstarrung, vielleicht auch mit Versuchen der Ablenkung, weil es anders nicht zu ertragen ist. Dann die Osternacht: "Bleibet hier, und wachet mit mir" haben wir gesungen und gebetet. Gemeinsames Warten mit Freunden oder den Menschen, die in der Nähe sind: Warten, dass die Zeit vergeht. Die Situation miteinander aushalten. Fragen, ob denn alles, was wir geglaubt und gehofft hatten, verkehrt war, und: Wie kann es weiter gehen? Das fragen sich viele Menschen auch heute angesichts der geselschaftlichen und politischen Entwicklungen bei uns und in vielen anderen Ländern. Und dann der Ostergottesdienst mit der unglaublichen Botschaft: Jesus ist nicht mehr im Grab – er lebt. In diesem Jahr mit seinem sehr späten Ostern zeigt die Natur den vollen Frühling: das überall sprießende, noch ganz reine Grün in seinen vielen Varianten. Die Vögel, die singen, als feierten sie jeden Tag Hochzeit, lassen uns die Hoch-Zeit des Frühlings spüren. Erinnerungen an den Frühling des eigenen Lebens kommen hoch, an die Hoch-Zeiten und die aufkeimenden Hoffnungen. Dann Ostermontag mit der Erzählung der Emmaus-Jünger: die Wende aus der Verzweiflung in die Zuversicht, dass die Sache Jesu weiter gehen wird. Am Dienstag vielleicht neue Zweifel: Ist es wirklich wahr? Es ist gut, mit dem Zweifel als Begleiter immer daran zu denken, dass niemand die Wahrheit "mit Löffeln gefressen" hat. Wir alle sind Menschen – auch diejenigen, deren Ansichten wir für genauso abstrus halten wie sie unsere Ansichten. Da hat mich ein Gespräch mit Heinrich Bedford-Strohm, dem ehemaligen Ratsvorsitzenden der EKD, über den verstorbenen Papst Franziskus sehr angerührt. Er stellte die Menschlichkeit von Franziskus, der als Seelsorger immer eher den Menschen als die Institution sah, heraus; den Vorrang der Barmherzigkeit vor der reinen Lehre und den etablierten Denkweisen und Traditionen. Sicher, die Enttäuschung war bei vielen Menschen groß, dass die Ökumene in der Zeit von Franziskus nicht die erhofften großen Schritte nach vorne gemacht hat. Die Zukunft liegt vor uns auch da, wo nicht absehbar ist, wohin die Wege der Menschheit führen werden. Ich will Ostern 2025 als Impuls nehmen, die Hoffnung nicht aufzugeben, dass es eine Zukunft für die Kirchen und die Menschheit gibt – gemeinsam können wir etwas bewegen.
In unserer Dorfkirche beginnen am Sonnabend, 26. April, die "Offene Dorfkirche" (13 - 16 Uhr, jeweils 2. und 4. Sonnabend) UND die "Musik in der Dorfkirche Schöneiche" (16 - 17 Uhr, jeweils 4. Sonnabend), zu der die Betreuer und Betreuerinnen sowie die Musizierenden ganz herzlich einladen. Zu dieser ersten "Musik in der Dorfkirche" werden Lydia Ansorg und Hans-Peter Kirchberg musizieren.
Zum Montag, dem 28. April, laden Hans-Peter Kirchberg und ich ganz herzlich zum "Nachösterlichen Singen" in die Dorfkirche ein. Wir werden singend unserer österlichen Freude Ausdruck verleihen und uns daran freuen, wie gut es tut und wie schön es klingen kann, gemeinsam mehrstimmig zu singen. Wieder ist geplant, ein oder zwei Choräle dieses Abends in einem späteren Gottesdienst (gedacht ist an den Sonntag "Kantate") zu singen. Herzliche Einladung an alle, die mitsingen wollen – Zuhörende sind ebenfalls willkommen. Gemeinsames Einsingen ab 17:40 Uhr.
Weitere Veranstaltungshinweise sehen Sie mit dem Link am Ende des Newsletters.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Trantow |